Für alle Wanderfreunde, die diese Tour jetzt vorbereiten, habe ich hier als Vorgeschmack ein paar Eindrücke – inklusive Informationen und Tipps:
Der Balkon, der ein Turm ist
Soso, dachte ich, was sich die Tourismuswerbung da alles einfallen läßt: Markdorf als Balkon zum See.
Aber zugegebenermaßen ist das gar nicht so unpassend. Vor allem auf der großen Viehweide neben der Straße zum Gehrenberg hinauf kann man das sehen. Das ist eine wahre Feuerwerkswiese, Sie wissen schon, diese Orte, zu denen man sich begibt, wenn man Feuerwerke bestaunen möchte, an Sylvester oder, bei uns am See, zum Seenachtsfest im August. Doch wer dem Premiumwanderweg um den Gehrenberg zu seinem Höhepunkt folgt, erlebt einen noch viel eindrucksvolleren Beweis.
Zu jeder Tageszeit in jeder Jahreszeit kann man hier faszinierende Eindrücke sammeln. Der Turm ist täglich bis zum Sonnenuntergang geöffnet.

Ich finde, man muß den Vergleich mit dem Eiffelturm nicht bemühen. Na gut, der Aussichtsturm ist auch eine Stahlkonstruktion. Und im Jahr 2013 wird er 110 Jahre alt!
1903 wurde er aufgestellt, 14 Jahre nach dem Eiffelturm, der 1889 fertig wurde – nach 2 Jahren Bauzeit! 30 Meter sind halt schneller hochgezogen als 324 Meter. Die 30 Meter stehen dafür auf 704 m über NN, damit erhebt der Aussichtsturm sich gute 300 Meter über dem See (395,23 m über NN). Ganz oben steht man damit genau 338,77 m über dem Bodensee. Plus die eigene Blickhöhe.
Aber das sagt noch gar nichts aus über das Panorama vom See bis zu den Bergen. Gibt es dafür wirklich passende Worte? Am besten sehen Sie selbst.
Ein überaus anmutiges Dach beschirmt die Picknickstelle am Fuß des Turms. Inzwischen hat sich die Kunst am Turm vermehrt: anläßlich der Eröffnung des Premiumwanderwegs wurde hier auch eine Holzskulptur aufgestellt!
Keine Sorge, damit hören die Sehenswürdigkeiten keineswegs auf. Gehen Sie mal ein Stückchen weiter.
Die Rutsche
Da hat mein Vater einmal zwei kleine Jungen daran gehindert, mit Wäscheseil und Spitzhacke in die Wand abzusteigen Der Schutzengel der beiden Buben hatte ihn wohl vor Ort geschickt. Eine Wand im bergsteigerischen Sinne ist das überdies nicht, sondern eine Lehmkante. Für mich war das immer die Vorbereitung zum Abenteuer Turm, damals, als ich noch klein war. Auch damals ging man diesen Fußpfad hinter der Kante entlang. Am allergewagtesten war es, sich auf dem Bauch bis an die Kante zu robben und dann hinab zu spähen! Ich fühlte mich sehr verwegen.
Ich war ja noch klein und leicht, aber trotzdem war das wohl nicht ganz ungefährlich.
Auch heute ist mir die Rutsche immer noch nicht ganz geheuer. Sie rutscht ja immer noch. Und das seit 1911!
Auf dem Bild sieht man ganz gut, wie sich die Rutsche immer weiter ins Land frisst. Sieht es nicht aus, als hätte ein großes Maul ein Stück heraus gebissen?
Wie das wohl wäre, wenn ich sehen könnte, wo ich als kleines Mädchen auf dem Bauch lag? Das ist sicher schon hinab gerutscht, 30 m tiefer in dieses kleine Stück Wildnis da unten.

Bei diesem Baum unterhalb der Rutsche geht der Riß mitten hindurch.
Da an der südlichen Ecke dieses Spektakels nördlich des Turms, da ist so ein lauschiger Platz unter den Bäumen.
Sie halten den Platz fest, diese Bäume, bis, ja bis… ihre Wurzeln immer mehr ausgewaschen sind und sie selbst hinabstürzen.
Daß die Aussicht erste Sahne ist, davon muß ich Ihnen nicht erst vorschwärmen oder?
Aber es gibt auch eine Aussicht ganz ohne Nervenkitzel, dafür mit um so größerem Wohlfühlfaktor. Gehen sie noch ein Stück weiter durch den Wald, der Augenschmaus ist noch nicht beendet!
Sonnenuntergangsblick

„Linzgaublick“ heißt diese Stelle auf der Karte der Bodensee LandGänge.
So weit habe ich mich auch als Kind getraut. Naja, nicht bis an den Waldrand, an dem Sie da entlangwandern. Ein Stück davor. Ich blickte zum See, den Untersee sieht man von hier, und je nach Jahreszeit geht die Sonne über dem See unter und malt den Himmel in flammende Farben. Die Hügel umgaben mich im Rund und der Himmel wölbte sich über mich und ich fühlte mich in der Weite geborgen.
Versuchen sie es ruhig einmal. Es geht auch ohne Sonnenuntergang, auch wenn es dann am schönsten ist. Setzen sie sich auf die Bank am Waldrand, lassen Sie ihren Blick schweifen und lauschen Sie der Stille.
Vielleicht prustet `s dann aber auch vor ihnen und die Pferde des Gestüts Wirth strecken ihre samtigen Nasen über den Zaun. Das könnte man sich dann aber auch gefallen lassen.
Wo mein Elternhaus war? Es ist noch dort, nur gehört es jetzt mir. Da unten am Hang steht es und von dort genießt man diesen Blick immer, nicht zuletzt von der Terrasse mit dem verglasten Wintergarten aus, in dem man gemütlich sitzen kann. Haus Weitblick kann man als Ferienwohnung mieten. Einige Zimmer habe ich aber für mich behalten, denn hier ist noch immer der schönste Platz, den ich kenne.
Tja, das wars für heute. das waren Bilder aus unserem Archiv. Sobald wir zwischen Heckenschere und Rasenmäher etwas Zeit einräumen können, werden wir weiter vordringen in die unbekannte Nähe, mein Fotograf und ich. Hier gibt es nun noch ein Frühlingsbild mit dem Blick nach Nordwesten, in Richtung Heiligenberg.

Halt, einen Tipp habe ich noch für Sie:
Ein wahrer Paradiesgarten
Wollen Sie Ihre Tour zünftig beenden? Gleich in Möggenweiler gibt es einen lauschigen Biergarten. Das GAsthaus, zu dem er gehört heißt “Zum Paradies”. Hier können Sie unter Linden und Kastanien gut und günstig essen. Sie können es gar nicht verfehlen – es liegt direkt am Weg zum Wanderparkplatz!
Am leckersten finde ich ja die “Göckelen”, die Grillhähnchen, kross und saftig und würzig und dann der frische Salat dazu und die riesen Portin Pommes! Es gibt natürlich auch Schnitzel und was man so erwartet von einem gutbürgerlichen Gasthaus. Die Göckele kann man auch mitnehmen, dann sollte man sie aber vorher bestellen: 07544/95430.